Hallo,

ich halte den Diskus-sionsverlauf für arg gefährlich.
Es suggeriert jedem Anfänger, das man Fische problemlos umsetzen kann - von einem Extrem ins Andere.
Von den
Bilderbuchbände "Degen`s" halte ich gar nichts, lediglich aus den Jahresbüchern konnte ich einiges übernehmen.
Eine schrittweise Angleichung halte ich für sehr wichtig und ist je nach Zustand (der transportierten Fische) manchmal sogar lebensnotwendig. Die Seewasser-Beckenbesitzer können davon bestimmt ein Lied zu singen!
Am wichtigsten ist die Anpassung des Säurewert / PH-Wert, wobei eine Anhebung nach Oben unbedingt vermieden werden sollte. Das weniger Toxische Ammonium ( des Transportwassers ) könnte sich in das weit aus giftigerem Ammoniak überwechseln und den Fisch auf Dauer schädigen.
Bei langen Transportzeiten werden die Fische teilweise sogar leicht betäubt und deren Anpassungsreaktionen sind daher erheblich verzögert.
Große Osmotische Sprünge sollten wir ebenfalls vermeiden, wobei Unterschiede von ca. 200 µS/cm durch aus zu tolerieren sind. Andere Fische / Garnelen ( z. B. Seewasser ) überleben solche Strapazen allerdings nicht, was uns eigentlich schon zu denken geben sollte.
Bei einem Milieuwechsel von einem niedrigen Leitwert zu einem hohen Leitwert, kommt es zur Dehydration.
Den einzelnen Fisch-Zellen wird Flüssigkeit entzogen und gleichzeitig die daraus resultierende Unfähigkeit, sich von den ( in der Zelle vorhandenen ) Giftstoffen zu befreien. Im Extremfall kann dies zu Nierenversagen führen und man redet sogar von Verdursten.
Solch einen Umstand kennen wir z. B. von Hochleistungssportlern oder alten Leuten, wenn diese zu wenig trinken und nicht genügend Flüssigkeit zu sich nehmen.
Der Fisch reagiert auf einer drastischen Leitwerterhöhung und Anpassung sehr träge, was wir uns manchmal bei einer kurzen ( osmotischen ) Salzbehandlung zu nutzen machen.
Bei neu erworbenen Fische überprüfe ich erst einmal das Transportwasser: PH-Wert ( Säurewert ), µS/cm ( Leitwert ) und die Temperatur. Die Tiere kommen dann samt Transportwasser in einem Zwischenbehälter, was mit dem Wasser aus dem Quarantänebecken angefüllt wird - so dass die Fische gerade noch aufrecht schwimmen können. Zusätzlich kommen noch Sauerstoff-Ausströmer hinzu. Die Wasserwerte ( PH, µS/cm ) werden elektronisch ermittelt, was auch in der Handhabung recht zügig ist. Reagenzien / Stäbchen-Test sind eher ungenau und daher weniger gut geeignet.
Anschließend werden ( von den einzelnen Fischen ) sofort Abstriche gemacht und mikroskopisch untersucht.
Das Wasser wird dann zwischenzeitlich langsam dem Quarantänebecken ( auf einem erträglichen Wert ) angeglichen, durch entfernen des Transportwassers und durch hinzufügen von Frischwasser. Den PH-Wert versuche ich dabei unter 6 ph zu halten. Bei dem Leitwert nehme ich einen Unterschied von ca. 150 µS/cm in kauf - Je nach Fisch und Art. ( Suß- / See-Wasser.
Gegebenenfalls erfolgt noch eine Kurzbehandlung und anschließend werden die Fische (vorwiegend) mit der bloßen Hand umgesetzt - zwecks geringerer Verletzung, was aber schon einiger Übung erfordert. Wesentlich sicherer ist aber immer noch der Kescher / Schlauch-Kescher.
Grüße Heribert