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Thema: NZ vs. WF  (Gelesen 4130 mal)

Offline Armin C.

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NZ vs. WF
« am: 11-11-2013, 12:09:06 »
Hallo Zusammen,

Aquarianer bin ich seit ca. 40Jahren

... meine ersten Diskus hatte ich vor  ca. 30Jahren

25Jahre Diskus Pause ... bis ich vor ca. einem Jahr mir wieder Diskus gekauft habe

... vor ca. 6 Monaten die ersten Wildfänge

dazwischen hatte ich viele andere Fische, u.a. Altum ... und einige sehr anspruchsvolle Fische ...

... darunter auch einige, welche lt. Literatur nicht, bzw. nur zufällig nachgezüchtet wurden

außer in den ersten 5-6Jahren meiner Aquaristik, hatte ich alles, was ich gepflegt habe auch nachgezüchtet!
____________________________________________

aber zurück zum "König des Amazonas"

... vorab möchte ich dazu sagen, das ich den Wunsch nach runter, bunter, größer, etc. sehr wohl verstehe

aber ...

... ist das wirklich natürlich  :hmm:

seitdem ich WF halte, hat sich meine Denkweise komplett geändert ... und ändert sich immer noch!
____________________________________________

Mich würde mal interessieren, ob ich da alleine bin  :fish03:
____________________________________________

Ich möchte jetzt keine Grundsatz Diskussion hervorrufen, ob WF überhaupt gerechtfertigt sind

... aber möchte mal Meinungen darüber hören, ob der

"König des Amazonas"

... es wirklich verdient hat ... nur im Glaskasten angemessen zu schwimmen  :hmm:

ich kenne das von keinem anderen Fisch in der Aquaristik!
____________________________________________

ja ... im Glaskasten ... ist es einfacher

- Diskus zu halten, welche gut stehen

- Diskus aufzuziehen um max. Größe zu erreichen

etc. etc.

aber muss das sein  :undecided:

- muss ein Individuum wirklich erbfest sein, damit wir viele langweilige "Clone" haben  :undecided:

- muss jeder, auch die welche nicht in der Lage sind sich weiter zu bilden ... dann auch Diskus halten  :undecided:

- muss die Diskushaltung so vereinfacht werden, das sie dann unterm Strich langweilig geworden ist  :undecided:

ist der "König des Amazonas" ... vielleicht schon lange nicht mehr der Diskus  :fish03:
____________________________________________

Die Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters ...

... und ich für mich, muss sagen, das mir mittlerweile selbst ein Diskus, welcher nach allgemeinen Ansichten

etwas zurück geblieben ist, zu große Augen hat, etc.

... dafür aber ein "natürliches" & "agiles" Verhalten zeigt

mir um Welten besser gefällt, bzw. interessanter ist ...

als ein möglichst runder, bunter, großer, etc. Diskus ...

... der nur gelangweilt, ohne jegliche Eigeninitiative im Becken steht
____________________________________________

Warum kommt keiner der Züchter mal auf die Idee, der Natur ihren Lauf zu lassen ...

... um somit interessante Fische ... weiter zu ziehen

NZ, welche aussehen wie WF und sich auch so verhalten :hmm:

... und diesen dann auch ein soweit wie möglich natürliches Umfeld zur Verfügung stellt  :undecided:
____________________________________________

möchte der Mensch nicht auch mehr nach Charakter oder inneren Werten als nach oberflächlichen Äußeren beurteilt werden  :killroy:

« Letzte Änderung: 11-11-2013, 12:35:43 von Armin T. (Fish) »
... Gruß Armin

je mehr man weiß, desto mehr weiß man, was man nicht weiß!
 

Offline Jörg Gottwald

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Re: NZ vs. WF
« Antwort #1 am: 11-11-2013, 13:03:49 »
Hallo Armin
ich denke das sollte jeder für sich entscheiden, richtige Ratschläge kann man vielen Leuten ehe nicht geben. Nimm mal ein ganz dummes Beispiel, kam gestern im Fernsehen unter Schnäppchenhäuser oder so. Ein Ehepaar wohnte in einer 49m² grossen Wohnung und hatte dann noch zwei Huskys. Was sagt uns das?Sie wissen das dies nicht geht, aber wie sieht die Realiät aus? Genau das gleiche wirst du beim Diskus finden.
mfg
jörg
 

Offline Jojo1000

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Re: NZ vs. WF
« Antwort #2 am: 11-11-2013, 13:29:05 »
Hallo zusammen,
die grundsatzfrage ist doch :ist es überhaupt okay tiere wie wir zu halten?
in glaskästen(armin,deins ist auch einer) die 500 bis 1200 liter haben wo die tiere in freier wildbahn doch in einem über tausende kilometer sich ertreckenden Flusssystem leben und dort ihre Freiheit geniessen.

Kann da ein Glaskasten der auf natur getrimmt wurde aber nur wenige Liter von der natur hat mithalten?oder ist es genauso verwerflich wie ein becken mit wenigen pflanzen mit einrichtung die dem Besitzer gefällt?

alles in allem  können wir alle m.M.n uns an die Nase fassen weil wir sind alle gleich........:cheeky:
Viele Grüsse Johannes
 

Offline Ditmar

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Re: NZ vs. WF
« Antwort #3 am: 11-11-2013, 13:56:07 »
Hallo Armin

Ich verstehe dein anliegen sehr gut und seit ich mich life davon überzeugen konnte befürworte ich auch dein Biotop das weißt du ja.

Aber wie Jörg schon sagt sind Hobbyisten oft Beratungsresistent und suchen sich die für sie passende Möglichkeiten aus.
Eben nach ihren optischen Vorstellungen.

Grundsätzlich befürworte ich die Vorgehensweise über einen Glaskasten zu einem Biotop sich hin zu entwickeln.
So lernt man die wenigen nötigen Parameter zu beherrschen und kann sich je nach Erfahrung aber auch persönlichen Möglichkeiten den ein oder anderen zusätzlichen Schwierigkeitsgrad stellen.

Es könnte auch anders herum gehen.
Ein Biotop nur mit "niederen Tieren" erarbeiten.
Wenn es dann richtig läuft und verstanden ist dann den "König des Amazonas" einsetzen.
Nur so würde ich es übrigens auch bei einem Pflanzenbecken machen.
Man sollte erst beide Themen einzeln Beherrschen bevor man sie zusammenführt.
Nur so kann man eventuell auftretende Probleme von einander trennen und damit gezielt angehen.

Ich bin voll bei dir die Krönung ist sicher ein großes Biotop in dem sich eine Diskusgruppe so natürlich wie irgend möglich entfalten kann.
Somit darf man sehr gespannt auf dein großes Projekt sein.
Gruß Ditmar
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Offline Norbert Koch

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Re: NZ vs. WF
« Antwort #4 am: 11-11-2013, 15:36:22 »
Hallo Armin,

so, wie Du es formulierst, provozierst Du eine Grundsatzdiskussion... :zwinker:

Ersetze doch das Wort "Glaskasten" durch "nicht eingerichtetes Aquarium" oder "leeres Aquarium". Sagt das Gleiche aus, klingt aber wesentlich neutraler.

Ich teile Deine Meinung bezüglich der Tiere zu einem großen Teil! Auch ich kann einem Diskus, der eher gelangweilt im Becken steht, u.U. noch nicht mal in der Lage ist, seine Stimmung durch seine Farbe mitzuteilen nichts abgewinnen.

Jumbos mögen zwar beeindruckend wirken, aber gerade hier tue ich mich mit den Proportionen schwer: Ich schaue mir lieber etwas zu kleine Tiere mit etwas zu großen Augen an als krankhaft gemässtete Tiere. Aber zum Glück gibt es auch große Tiere mit einer schönen Silhouette, die eben nicht aus mit Schuppen umhüllten Fett bestehen. Meins sind sie zwar trotzdem nicht, da mein "Diskus-Ideal" zwischen 15 und 18 cm liegt, aber wenn die Tiere gesund sind und eine schöne Zeichnung / Färbung aufweisen, sehe ich sie ganz gerne!

Mein Einstieg in die Diskushaltung war Mitte der 80er Jahre mit Wildfängen. Seither haben mich diese Tiere (abgesehen von einer längeren Hälterungs-Pause aber nie vom Herzen her) nicht mehr losgelassen. Für mich sind die Wilden und die naturnahen Farbschläge der Inbegriff eines schönen Diskusfisches.

Diesen Geschmack muss man nicht teilen; glücklicherweise gibt es für nahezu jeden Geschmack passende Farbschläge.

Bei so manchem Vermehrer würde ich mir aber (nicht zuletzt um der Tiere willen) inständig wünschen, dass man nicht ausschließlich auf Größe und Farbe sondern auch auf Fitness und gesunde Gene achtet. Wenn aber 20 l für einen ausgewachsenen Diskus solchen Kalibers reichen sollen, sind agile Tiere anscheinend eher lästig! :mecker:

Ändern können wir das leider nicht - aber vielleicht mit gutem Beispiel vorangehen?!
Freundliche Grüße aus Bad Aibling

Norbert (Freunde nennen mich Nobby)
Internet: https://nobby-ka.de (schon sehr bald auch mit einem Aquaristik-Bereich)

Beim Betrachten der Natur werden Gefühle geboren... | Japanische Weisheit

Es gibt für alles eine logische Erklärung - man muss nur lange genug danach suchen!
 

Offline Armin C.

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Re: NZ vs. WF
« Antwort #5 am: 11-11-2013, 16:20:20 »
Hallo Nobby,

... ja das mit dem Ausdruck "Glaskasten" ... muss ich noch auf die Reihe bekommen!

ich arbeite dran ...  :cheers:
__________________________

Vermehrer ...  :undecided:

Stendker  :fish03:

... man muss auf der einen Seite den Hut vor der Familie Stendker ziehen, was sie auf die Beine gestellt haben!

das war ja zum einen der lange Wunsch vieler Aquarianer ...

zum Anderen Seite auch sehr durchdacht und unternehmerisch mit Erfolg gekrönt

Angebot / Nachfrage  :good:
__________________________

... anderes Thema sind asiatische Nachzuchten

deutschen Züchtern missfallen beide Szenarien ... und äußern das auch gegenüber ihren Kunden!

... als Verkaufs-Argument, bzw. Kundenbindung ... mit Top Beratung  :undecided:

Stendker: "Unsere Fische schwimmen in Leitungswasser"

... das nehmen doch 98% der Züchter in ihr Verkaufsgespräch auf  :hmm:
_________________________

... was ist das unterm Strich  :hmm:

Beratung, wie man ohne Probleme Diskus halten kann in "nicht eingerichteten Becken"

... ich sag jetzt mal ganz böse .... Züchter sind die falschen Ansprechpartner für einen Anfänger der Diskus halten will!

da die meisten Anfänger schon etwas länger Aquarianer sind ... und ihre Diskus auch in "eingerichteten Becken" halten möchten!

ich kenne keinen, der mit seinem ersten Aquarium auf die Idee kam, Diskus ein zu setzen!
_________________________

... hat aber alles nur entfernt mit dem zu tun, auf was ich mit diesem "Fred" hinaus wollte

ich möchte mehr in die Richtung gehen, wie man einem Anfänger beraten muss, was er wissen muss!

Und wenn er nicht dazu bereit ist, sollte er auch den Wunsch Diskus zu pflegen vergessen

... wie viele Anfänger haben innerhalb des ersten Jahres 50% Ausfall  :hmm: oder mehr
________________________

- warum müssen Diskus erbfest sein 

- warum müssen Diskus rund, bunt sein

- warum müssen Diskus riesig sein

- warum müssen Diskus in kürzester Zeit so groß wie möglich werden
________________________

geht alles nur ums Geld ... oder  :fish03:

... für mich ist es an der Zeit, anderen Aquarianern, "Nicht Diskus Haltern"

zu zeigen, das Diskus Haltung durchaus auch interessant sein kann ...

... und dafür brauchen wir Diskus NZ ... die Diskus WF sehr ähnlich sind!  :tschuess:
... Gruß Armin

je mehr man weiß, desto mehr weiß man, was man nicht weiß!
 

Offline Peter L.

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Re: NZ vs. WF
« Antwort #6 am: 11-11-2013, 20:39:46 »
Hallo Armin, hallo zusammen,

meiner Meinung nach werden in letzter Zeit immer mehr wildfangnahe Diskusfische in Deutschland nachgezüchtet, der Trend geht meiner Meinung nach in diese Richtung. Die asiatischen Käufer bevorzugen bunte Fische, daher werden in dieser Region auch entsprechende Fische nachgezüchtet, der Käufer bestimmt was gezüchtet wird. Das der ein oder andere Farbschlag nach Europa verkauft wird und hier Abnehmer findet und später nachgezüchtet wird, dagegen ist m.E. nichts einzuwenden.

Tiere zu züchten bedeutet auch bestimmte Farben, Muster usw. herraus zu züchten, das ist bei allen Nachzuchttieren so, Züchter setzen sich Zuchtziele usw., ohne Abnehmer werden diese Tiere aber wieder schnell vom Markt verschwinden.

Ich welchen Punkt ich dir Recht gebe, dass es verpflichtend für jeden Züchter seien sollte, nur robuste Tiere mit einen gut ausgebildeten Immunsystem abzugeben, wohl wissend, das die meisten Tiere nach dem Verkauf nicht in nackten Glaskästen gehalten werden.
Gruß Peter
 

Offline Ditmar

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Re: NZ vs. WF
« Antwort #7 am: 13-11-2013, 08:01:33 »
Hallo zusammen

Bleiben wir mal bei dem Ansatz von Armin.
NZ zu ziehen die sich ähnlich wie WF verhalten.

Meine Vorstellung dazu.
Ich kenne das verhalten von Armins Heckel durch Stundenlanges beobachten.
Es hat mir sehr gut gefallen was ich gesehen habe.
Agilität , gepaart mit Neugier und immer mit der Sicherheit mit sehr kurzen Wegen in seinen Mangrovenstelzen Deckung zu finden.

Nun würde mich folgendes Experiment interessieren.
Alle Heckel heraus ins große Biotop.

Man besorge sich acht kleine parafreie von Oswald in der Größe zwischen 8-10cm.
Diese setze man sie in das kleine Biotop in dem vorher die Heckel waren.
Natürlich mit den entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen wie Quarantäne und Wasseranpassung.
Alles bleibt beim alten als da wären:
pH um 6 , hoher Redox , echtes Schwarzwasser erzeugt durch natürliches Prozesse.
Auch der Bestand der Beifische so wie die Deko aber auch das komplette Filtersystem.
Nichts wird verändert es findet nur ein Austausch der Diskus statt.

Die jungen NZ haben noch ihren natürlichen Spieltrieb/Hunger/Futterneid.
Bedeutet in der von Armins erzeugten Strömung aber auch durch seine dezente Fütterung werden die kleinen sehr schnell folgendes erkennen müssen.
Weder ist Futter im Überfluss vorhanden noch liegt es immer zur selben Zeit an der selben Stelle.
Es ist da aber sie müssen etwas dafür tun.
Ihre Jugend wird ihnen meines Erachtens dabei helfen sehr schnell sich darauf einzustellen.
Dies würde dann exakt dem entsprechen was Armin eigentlich möchte.

Agilität , gepaart mit Neugier und immer mit der Sicherheit mit sehr kurzen Wegen in seinen Mangrovenstelzen Deckung zu finden
Das ganze ohne besondere Zucht sondern nur mit dem Vorteil eines guten Startes durch parafreie Jungtiere.

Zucht in einem Biotop wie Armin es möchte wird eh nur in seinem großen Biotop bei sehr geringer Besatzdichte gelingen.
Aber selbst da denke ich das das verhalten nicht sonderlich anders ausfallen würde.

Es ist meiner Meinung also nicht die besondere Zucht sondern in welchem Umfeld die Jungen sich durchsetzen müssen.
Und mit durchsetzen meine ich nicht das erste halbe Jahr.
Ich denke nicht das die ersten 6 Monate so prägend sind da ihnen eine gewisse Selbstständigkeit fehlt.
Sehrwohl sind die ersten 6 Monate aber entscheidend in ihrer körperlichen Entwicklung.
Das in einem solchem Biotop sich die willenstärksten besser durchsetzen werden ist klar aber wohl auch erwünscht.

So in etwa stelle ich mir eine bestmögliche Diskushaltung vor.
Gruß Ditmar
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