Das offene Diskusforum
Diskussionsforen => Parafrei => Thema gestartet von: PETER B. am 19-10-2011, 21:20:00
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Hallo zusammen,
kann mir jemand bei dieser Frage helfen? Ich würde nur ungern auf Pflanzen verzichten und habe im Handel noch keine großen "sauberen" Pflanzen wie Enchinodorus gesehen.
Wie muss ich die Pflanzen behandeln?
Danke und viele Grüße
Peter
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Hallo Peter,
schau mal bei Dammer und Mensch (Händlerverzeichnis Berlin). Die haben ein großes Sortiment. Selbst parafreie Pflanzen zu ziehen lohnt den Aufwand nicht...
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moin,
ich habs zwar jetzt selber nicht gemacht, aber als ich mir im august aus hamburg pflanzen mitnahm und erstmal inmeinem 25 liter eimer tat, sagte mir mein händler "schütt doch selter-wasser rein, da bleibt dann nichts mehr übrig"
stimmt das?
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Hallo Rüdiger,
nein, das ist im Bereich "Aquarianerlatein" anzusiedeln...
Hier mal ein Zitat von Uli (aus Versuche gegen Planarien (http://www.diskusforum.org/index.php/topic,1640.msg17643.html#msg17643)), in dem sie beschreibt, was man tun muss, um parafreie Pflanzen zu ziehen:
Hallo Andre,
zuerst kommen die Pflanzen in eine Alaunlösung.
Danach setze ich sie in Flagelol und Tremazol. So wie Du auch einige Tage. Danach ist alles tot und den Pflanzen macht es gar nichts.
Gut ausspülen und einsetzen. Allerdings sind sie damit nicht parafrei. Um parafreie Pflanzen zu ziehen. Mußt Du die länger in dem Medibad lassen und wenn die Ableger kommen, die kannst Du nehmen. Aber niemals die Mutterpflanze.
Gruß
Uli
Bei Dammer und Mensch (http://www.diskusforum.org/index.php/topic,98.0.html) gibt es zwar i.d.R. nur recht kleine Pflanzen, die sind aber on so hoher Qualität und Wuchsfreudigkeit, dass man schon bald die "Wunschgröße" ereicht...
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Hallo Forum,
in den Foren geistert immer mal wieder dieses Thema herum.
Immer wieder werden Medikamente oder Cloramin T und Kaliumpermanganat genannt.
Die einzige 100% Methode ist die Pflanzen auf 60 Grad zu erhitzen.
Leider sind unsere Pflanzen nicht für diese geeignet.
Sollte es in Einzelfällen geklappt haben, ist dieser Erfolgt nicht reproduzierbar.
Auch nicht für Folgefälle nachvollziehbar, welcher Parasit pflanzt sich wie fort und welche sind vorhanden usw. Diese Nachweise zu erbringen, da für muss man lange Versuchsketten fahren und dokumentieren das dauert Jahre.
Also bitte die Pflanzen z.B bei Frau Camen Damer kaufen (http://www.aqua-pflanzen.de)
Sie sind recht klein aber wachsen super. Meine habe ich im Juni 2011 geholt, jetzt ist Ende Oktober 2011.
Im Anhang ein paar Bilder in das unbeleuchtete Aquarium.
Leider muss ich immer einen PC anfahren, um Licht außerhalb der Programmierung an zumachen.
Aber wie Ihr seht sind die Bilder auch recht reizvoll.
LG
Thomas
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Noch einpaar Bilder.
LG Thomas
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Hiho,
ich kann diesen Hype um parafreie Pflanzen irgendwie nicht nachvollziehen.
Alles was auf der Liste an unangenehmen Parasiten ganz oben steht ist doch nach 4-6 Wochen ohne Besatz eh hin.
Wenn man sich beim Einfahren etwas mehr Zeit nimmt, kann man sich parafreie Pflanzen auch schenken.
LG
Olli
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Hallo Olli .... :wink:
Das war auch mein Gedanke wir machen doch das selbe mit Welsen , Garnelen , Schnecken ..... selbst wenn es 2-3 Monate dauert.
Die Geduld ist hier das Problem. :verlegen:
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Hallo Forum,
ich füge auf die Schnelle mal einen Abschnitt aus einem Beitrag von mir aus der DATZ ein. ("Erfahrungen mit parasitenfreien Diskusfischen – ein Rückblick des Begründers")
Wer sicher sein will, dass er mit Pflanzen keine Parasiten einschleppt, nimmt Pflanzen, die aus Meristemkulturen gezogen wurden (z.B. von Damer % Mensch) oder von einem Aquarianer, der sie von dort hat.
Zitat:
...Bei Dr. Menauer führte ein mit einem „Nitratharz“ gefüllter Außenfilter, der zuvor an einem Becken betrieben wurde, in dem Diskusfische mit Trichomonaden schwammen, zu einer Infektion, obwohl der Filter vorher für etwa 6-8 Monate unbenutzt in einer Ecke stand. Hier hatten vermutlich ein anoxisches Milieu und das Vorhandensein einer ausreichenden Anzahl von Bakterien das Überleben dieser Art ermöglicht. Deswegen ist es falsch, wenn behauptet wird, dass ein Becken, in dem zuvor Diskusfische mit Darmflagellaten schwammen, nicht mehr infektiös sein soll, wenn es 2 Wochen ohne Fische war. Alle bisher bekannten Flagellaten sterben innerhalb von wenigen Minuten bei einer Temperaturerhöhung auf 50-52°C. Sicherer ist es, die Temperatur auf 52-55°C hochzufahren. In einigen Fällen überlebten Flagellaten auch bei diesen Temperaturen. Überprüfungen ergaben, dass hierbei zum Beispiel das heiße Wasser in den Überlaufrohren zum Filter nicht mehrmals für kurze Zeit angestaut wurde. Kältezonen in den Bakterienbelägen der Rohre haben hier offensichtlich ein Überleben der Flagellaten ermöglicht. Trotz einer guten Wasserbewegung während des Erhitzens sind manchmal am Boden des Aquariums oder in Eckbereichen von Außenfiltern Temperaturen, die mehrere Grade tiefer sind als im übrigen Bereich des Aquariums. In diesen Fällen hilft mehrmaliges gründliches Umrühren des Wassers; außerdem müssen auch Abdeckscheiben etc. vom heißen Wasser eingeschwemmt werden, damit nicht auch dort Flagellaten überleben können.
..... Ende des Zitats
Mit freundlichem Gruß
Gerhard
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Hallo Olli
Wenn das so wäre, einfach einige Wochen die Pflanzen (ohne Fische) wachsen zu lassen und sie wären dann Parasiten / Flagellaten frei,…
Es reicht mit Sicherheit nicht, oder hast du da Erfahrungen damit?
Meine Meinung zu Pflanzen ist die wie Thomas geschrieben hat.
Nb. Ein selektiver Nitratfilter wo an einem Diskusbecken einige Zeit angeschlossen war, stand zB. einige Zeit im Keller wurde dann an einem parafreien Becken in Betrieb genommen einige Wochen später hatten die Nachweislich Parasiten freie Diskus einen Flagellaten Befall.
Ubs :verlegen: da war Gerhard schneller.
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Hi Günther,
hinsichtlich Flagellaten fehlt mir die Erfahrung bzw. lege ich auch auf eine entsprechende "Freiheit" auch gar keinen Wert.
Mir geht es nur um KW und sämtliche Arten von Hauttrübern- und Hautwürmern. Die Parasiten, die ich persönlich halt ungern im Becken habe und die man auch bei befallenen Tieren mit etwas Geduld wieder los wird. Meine Wilden haben mit Sicherheit Flagellaten und möglicherweise auch TB, aber damit scheinen sie ganz gut klarzukommen. Was aber nicht heissen soll, dass ich Halter wie Du und Gerhard nicht verstehe, dass sie lieber gänzlich ohne Parasiten auskommen möchten.
Aber ich bin ja auch kein Züchter sondern lediglich Halter mit einem Schaubecken.
Hätte demnach in meinem o.a. Hinweis deutlicher machen sollen, dass für mich Flagellaten nicht in der Liste ganz oben stehen :wink:
LG
Olli
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Hallo Gerhard,
wenn du erlaubst mal ein paar Verständnisfragen.
Heißt das die genannten Trichomonaden sind falkultative Parasiten, da sie ja augenscheinlich viele Monate ohne Wirt überleben können?
Wenn sie in anoxischen Zonen im Nitratfilter überleben können, dann doch bestimmt auch im Darm anderer Fische oder sogar Wirbelloser. Bedeutet das, sie sind alles andere als wirtspezifisch?
Sind die anderen dir bekannten beim Diskus häufig vorkommen Flagellaten ebenso wenig wirtsspezifisch?
Siehst du die genannte Methode ein Becken fischfrei für 6 Wochen laufen zu lassen denn für eine geeignete Methode Würmer und Ektoparasiten loszuwerden?
Wie würdest du das einschätzen wenn man ein Becken nur mit Welsen ein paar Monate laufen läßt. Bei welchen Parasiten siehst du gute Chancen sie dadurch loszuwerden?
Gruß,
Robert
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Hallo Gerhard,
wenn du erlaubst mal ein paar Verständnisfragen.
Heißt das die genannten Trichomonaden sind falkultative Parasiten, da sie ja augenscheinlich viele Monate ohne Wirt überleben können?
Wenn sie in anoxischen Zonen im Nitratfilter überleben können, dann doch bestimmt auch im Darm anderer Fische oder sogar Wirbelloser. Bedeutet das, sie sind alles andere als wirtspezifisch?
Sind die anderen dir bekannten beim Diskus häufig vorkommen Flagellaten ebenso wenig wirtsspezifisch?
Siehst du die genannte Methode ein Becken fischfrei für 6 Wochen laufen zu lassen denn für eine geeignete Methode Würmer und Ektoparasiten loszuwerden?
Wie würdest du das einschätzen wenn man ein Becken nur mit Welsen ein paar Monate laufen läßt. Bei welchen Parasiten siehst du gute Chancen sie dadurch loszuwerden?
Gruß,
Robert
Hallo Robert,
ich vermute, dass im Nitratfilter nur ein ähnliches Milieu war, wie die Trichomonaden es benötigen. (anoxisch, pH, Bakterien als Nahrung....).
Ich habe übrigens vor vielen Jahren bei frischen mikroskopischen Darmpräparaten das Deckglas mit Wachs umrandet. Die Flagellaten (Trichomonas, Cryptobia, Bodomonas - obligate Parasitenarten) lebten darin noch einige Wochen.
Die beiden Fälle sind zwar nicht exakt vergleichbar, aber man kann hier sehen, dass einige Parasiten eine bestimmte Zeit auch ohne Wirt überleben können, das verbessert ihre Chancen, egal ob es sich um fakultative oder obligate, wirtsspezifische oder nicht wirtsspezifische handelt.
Was die Wirtsspezifität der Flagellaten angeht, ist dies ein weites und wenig erforschtes Thema. Einige beim Diskus vorkommende Flagellaten scheinen mehr oder weniger wirtsspezifisch zu sein. Das heißt jetzt nicht, dass sie nur beim Diskus vorkommen können, sondern z.B. auch bei anderen Cichliden. Guppys und Ancistrus scheinen für sie Zufallswirte zu sein. Wenn keine Cichliden im Becken sind, scheinen sie sich nicht lange bei ihnen halten zu können. Das dürfte aber nicht für alle Welsarten zutreffen. Hinzu kommt noch, dass es z.B. bei den Trichmonaden unterschiedliche Arten mit unterschiedlicher Virulenz gibt. Bei der einen Art (mit undulierender Membran und Achsenstab), reagiert der Diskus schon nach ein bis zwei Wochen nach der Infektion mit den bekannten Symptomen. Eine mikroskopische Untersuchung zeigt in der Regel einen Massenbefall mit sich schnell bewegenden Trichomonaden und die typischen Veränderungen (Verschleimung, Entzündungen, Blutungen) im Darm. Bei der anderen Art (ohne undulierende Membran und Achsenstab) erfolgt überhaupt keine Reaktion der Diskusfische, die Trichomonade kommt in äußerst geringer Anzahl vor und kommt, weil die undulierende Membran fehlt, auch kaum von der Stelle. Sie wird vermutlich auch deswegen gern übersehen. Bei dieser Art fehlen die Eigenschaften eines Parasiten, sie ist daher mit großer Wahrscheinlichkeit genauso wie der "Eingeißlige" (eine Trypanosomasart) ein Kommensale.
Capillaria hingegen kommen bei Ancistrus und Diskus (und anderen Arten) vor. Obwohl sie nicht wirtsspezifisch sind, ist eine Infektion damit eine üble Sache, ähnlich ist es mit Bandwürmern.
Ein Becken einige Wochen fischfrei zu halten, ist keine sichere Maßnahme, alle Würmer und alle Ektoparasiten zum Absterben zu bringen. Für Kiemenwürmer kann das vielleicht reichen, aber ich würde mich nicht darauf verlassen. Eine einmalige Temperaturerhöhung auf 55-60°C ist ein vertretbarer Mehraufwand, der die Umstellung auf parasitenfreie Fische sicher macht. Er muss ja auch nur einmal durchgeführt werden.
Wenn der Chirurg sich vor der OP die Hände desinfiziert, Mundschutz trägt, mit sterilisierten Instrumenten operiert und hygienisch arbeitet, gibt es in der Regel keine Wundinfektion, anders KANN es gut gehen. ;D
Mit freundlichem Gruß
Gerhard