Hallo zusammen,
wer kennt sie nicht, die Überlebenskünstler in der Aquaristik?
Wasserlinsen - schon ein trockenes Blatt, dass an der Abdeckung klebt, kann wieder neue Pflanzen hervorbringen.
Artemia salina - Dauereier können getrocknet oder gar eingefroren werden. In der richtigen Salzwasser-Konzentration schlüpfen (je nach Qualität) sogar nach Jahren die kleinen Krebstiere.
Killifische - legen bei Bedarf Dauereier, die im feuchten Schlamm bis zur nächsten Regenperiode überdauern, bevor neues Leben schlüpft.
Algen (allgemein) - nicht totzukriegen. Weder Trockenheit noch Wärme oder Kälte töten sie ab.
Cyanobakterien - überdauern Trockenperioden und sogar Frost!
Was mich interessiert, sind die eher unbekannten Meister im Überleben außergewöhnlicher Umstände. Schreibt doch mal, was Ihr bisher so erlebt habt...
Ich mache gerne den Anfang:
In meinem jetzigen Asienbecken verblieb beim Umzug der Bodengrund (ADA Soil) mitsamt etwas Wasser. Die Möbelpacker haben mich dafür bestimmt verflucht!

Vor dem Umzug habe ich sämtliche Pflanzen aus dem Aquarium entfernt. Die schönen nahm ich mit, der Rest wurde entsorgt.
Am Tag des Umzugs wurde das Aquarium als eines der ersten Stücke auf den LKW geladen. Der Tag selbst war knapp unter 0° Celsius.
Während der Fahrt nach Ostfriesland bzw. in der Nacht fiel das Thermometer auf -12° Celsius.
Als am folgenden Tag morgens um 8:00 Uhr mit dem Ausladen begonnen wurde, musste natürlich erstmal alles, was nach dem Aquarium geladen wurde ausgeladen werden.
Das Aquarium (mitsamt Bodengrund und ca. 20 l Wasser) stand insgesamt also fast 28 Stunden deutlich unter 0° Celsius. Lange genug, um einzufrieren. Kein Problem für das Becken, da sich das Eis ja nach oben ausdehnen konnte.
Nach dem Umzug war so Manches wichtiger und das Aquarium stand noch einige Wochen ohne Wasser, Licht und Heizung rum.
So viel zur Erklärung - und nun zum Überlebenskünstler:
Barclaya longifolia hat entweder als kleine Knolle oder als keimfähiges Wurzelstück diese Torturen überstanden. Nachdem das Aquarium inzwischen befüllt wurde und als Asiatenbecken Makropoden und Purpurgrundeln eine Heimstadt bietet, treiben nun nach mehreren Wochen zwei der schönen Pflanzen aus dem Boden - just an dem Platz, wo zuvor eine Gruppe schöner Barclaya stand.
Ich finde es beachtlich!