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Thema: Glasperlenfilter  (Gelesen 3926 mal)

Offline Ditmar

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Glasperlenfilter
« am: 11-03-2018, 16:48:31 »
Hallo zusammen

Mir geht es hier um die Wirkungsweise eines Glasperlenfilter.
Man spricht dieser Filterart einiges zu.

Mir erschließt sich die Wirkungsweise noch nicht.
Wenn man eine Biofilterwirkung erzielen möchte benötigt man Oberfläche.
Je mehr desto wirksammer.
Eine Glasperle kann nie die Oberfläche eines Siporax , Meshkugel , Tonkugel , Zeolith , ..... haben.
Wie kommt dann die Wirkungsweise zustande.
Der Biofilm der sich auf jeder Glasperle bildet ist der selbe der sich an der Glasscheibe oder auch auf jeden "toten" Gegenstand im Becken bildet.

Mechanisch sehe ich ebenfalls keine entscheidenten Vorteile bei der Glasperle.

Nun warte ich auf eine gute nachvollziehbare Argumentation für einen Unwissenden.  :verlegen:


Gruß Ditmar
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Offline Norbert Koch

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Re: Glasperlenfilter
« Antwort #1 am: 11-03-2018, 17:14:32 »
Hallo Ditmar,

hab da mal nen Link für Dich.

Das Prinzip ist das eines Sandfilters, wobei der Vorteil gegenüber dem Sand wohl darin liegt, das die Glasperlen nicht verklumpen und so das Rückspülen minimiert wird bzw. entfällt.

Warum dieser Filter eine Entkeimung durch UV-C oder Ozon ersetzen können soll erschließt sich meiner Logik nicht.
Die einzige Begründung die ich mir vorstellen könnte: Die mit dem Glasperlenfilter (anscheinend) niedrigere Keimdichte resultiert aus der zusätzlichen Biofilterleistung - es ist schlicht und einfach weniger Dreck im Wasser; oder anders ausgedrückt: Ohne Glasperlenfilter war der Biofilter unterdimensioniert.
Freundliche Grüße aus Bagband

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Offline lele180202

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Re: Glasperlenfilter
« Antwort #2 am: 11-03-2018, 18:02:39 »
Hallo ihr beiden
Ich habe mich ja nun auch noch zu einem zusätzlichen Glasperlenfilter entschieden. Es resultiert aus dem mitlesen bei DC  :pfeifend: :cheers:
Dort ist ein User,der einen AWAB Shop hat und eben auch Nitrat und GPF anbietet. Bei den AWAB Leuten,löst der GPF  immer mehr den UV Klärer ab. Er soll genauso effizient sein,wie der UV Klärer, spart aber halt Strom.
Das Prinzip soll den des Sandfilters ähneln,hat aber den Vorteil,das er nicht verstopfen kann. Das ist wohl die Gefahr des Sandfilters. Der GPF muss auch regelmäßig rückgespült werden,kann aber halt nicht verstopfen.
Musst mal nach AWAB Bilshausen googeln. In seinem Shop ist eine Erklärung mit Bildern dazu.
MfG Oliver ​
 

Offline SOTO

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Re: Glasperlenfilter
« Antwort #3 am: 11-03-2018, 18:17:21 »

Mechanisch sehe ich ebenfalls keine entscheidenten Vorteile bei der Glasperle.

Hallo  Ditmar,

der Unterschied zum Sandfilter ist die enge Toleranz der Glasperlen, die industriel hergestellt werden. Sand hingegen ist von der Form nicht spezifiziert und lässt sich auch nur in Gebinden mit Toleranzen wie Scheunentore kaufen. Dadurch ist die Packung konstant dicht. Sowohl in der Ebene wie auch in der Z-Richtung. Das müsstest du als Techniker nachvollziehen können.
Wie Sandfilter und GPF im Detail funktionieren können sich andere aus dem Fenster lehnen :)
Mit freundlichen Grüßen/ best regards

Tobias
 

Offline Norbert Koch

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Re: Glasperlenfilter
« Antwort #4 am: 11-03-2018, 18:20:15 »
Hallo Oliver,

eine entkeimende Wirkung kann es logisch gesehen nicht geben. Wenn der Keimdruck durch einen solchen Filter sinkt, dann - wie ich bereits erwähnte - weil zuvor der Biofilter zu wenig Leistung brachte.

Den Kosten-/Nutzen-Vergleich zwischen einem UV-C-Brenner der neuesten Generation und dem Glasperlenfilter, der evtl. eine zusätzliche oder stärkere Pumpe benötigt, sollte man objektiv erfassen. Den viele vergessen, dass der UV-C-Brenner auch den Wärmebedarf des Aquariums reduziert.
Und die neueren Geräte schaffen mit rund 60% der Energie die gleichen Entkeimungswerte wie UV-C-Brenner vor etwa 5 Jahren...
Freundliche Grüße aus Bagband

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Offline lele180202

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Re: Glasperlenfilter
« Antwort #5 am: 11-03-2018, 19:31:09 »
Hallo Norbert
Danke für die Ausführungen. Da sieht man mal wieder,das man gerade als unwissender, der versucht zu lernen,völlig zwischen den Stühlen sitzt. Die Ausführungen von Ditmar bezüglich der Oberfläche ist mir klar und schon bewusst gewesen.
Wie schon erwähnt,ich kam ja durch DC zu dem Entschluss ,noch zusätzlich zum Filterbecken einen Glasperlenfilter zu betreiben. Ich erspare mir jetzt mal einen sarkastischen Seitenhieb,obwohl ich gerne würde :laugh2: >:D :optimist:
Du sagst,der GPF wirkt dann eventuell nur,weil der Biofilter der Betreiber zu klein war/ist. :pfeifend:
Ich würde das allerdings bei den Betreibern des GPF ausschließen. Vielleicht ist es so wie Hifi Hobby auf High-End Ebene. Da wird der Klang auch teilweise durch Voodoo verbessert  :haha:, egal aber der GPF beruhigt dann zumindest mein Gewissen.
MfG Oliver ​
 

Offline Norbert Koch

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Re: Glasperlenfilter
« Antwort #6 am: 11-03-2018, 19:42:01 »
Hallo Oliver,

wenn Du mir erklären kannst, wie eine zunächst mechanisches (aber nicht im Mikrometer oder Nanometerbereich), später wohl biologisch besiedeltes Filtermaterial aktiv Keime, ohne jedwede chemische Zusätze, die Keime abtöten könnten, reduzieren kann, außer das den Keimen durch eine effektivere Filterung der Nährboden entzogen wird, glaube ich das vielleicht.

Aber ohne eine plausible Erklärung ist das einfach nur eine Aussage von vielen in der Aquaristik. Und da gibt es viele wahre und mindestens genauso viele unwahre Behauptungen.
Hier möchte ich keinesfalls jemanden der Verbreitung von Lügen beschuldigen; ich denke nur, man stellt eine falsche Schlussfolgerung auf.
Freundliche Grüße aus Bagband

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Re: Glasperlenfilter
« Antwort #7 am: 11-03-2018, 19:58:10 »
Hallo Nobby , Oliver , Tobias

Danke für eure Erläuterung.
Überzeugende Argumente habe ich allerdings keine gefunden.

Mal ein Fallbeispiel:
Ein Eheim 2080 13.5 Liter Filtervolumen mit 1700L/h Durchsatz.
Welches Filtermaterial wäre effizienter:
Siporax , Tonkogel , Mesh , Zeolith oder doch die Glasperlen..

Oder dient der Glaskugelfilter doch nur als Vorfilter.
Den größten Nachteil eines GPF = GlasPerlenFilter sehe ich genau in ihrem angegebenen Vorteil.

1. Diese glatte Oberfläche lässt den Dreck sehr leicht nach oben zum Auslauf steigen.Was sollte sie aufhalten wenn nicht eine grobe Oberfläche.
2. Diese glatte Oberfläche hat wohl jedem einleuchtend eine wesentlich geringere Oberfläche zum ansiedeln von Bakterien.

Geringere Keimdichte kann ich bei diesem Filtersystem überhaubt nicht ableiten.Schon garnicht im Vergleich zu den oben genannten alternativen Filtermaterialien.

Die bessere Rückreinigung ist erkauft durch die glatte und damit schon erwänte wesentlich geringere Oberfläche.
Gruß Ditmar
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Offline lele180202

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Re: Glasperlenfilter
« Antwort #8 am: 11-03-2018, 20:19:06 »
Hallo Ditmar,Norbert
Ich bin doch noch Frischling und kann noch nix erklären  :pfeifend: :-[
Ich habe mich halt durch Ausführungen bei DC dazu hinreißen lassen,den GPF auch noch zusätzlich zu installieren. Er soll bei mir per Bypass mit dem Wasser aus der Klarwasserkammer versorgt werden und dann zurück in die Steig/ Druckleitung.
Ich gehe zumindest mal davon aus,das er nicht schaden wird,notfalls vielleicht nur noch als weiterer Biofilter arbeiten wird.
MfG Oliver ​
 

Offline Ditmar

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Re: Glasperlenfilter
« Antwort #9 am: 11-03-2018, 20:38:28 »
Hallo Oliver

Schaden kann er sicherlich nicht.
Nur kann mir keiner glaubwürdig erklären warum Glasperlen effizienter sein sollen als Siporax/Zeolith.
Daher würde ich solange mir das keiner belegen kann immer Siporax bzw. Zeolith Glasperlen vorziehen.
Hast du einen ordentlichen Vorfilter der mechanisch wirkt und einen entsprechend groß ausgelegten Biofilter sehe ich keinen Sinn in einem Glasfilter.
Die Keimreduzierung ist alleine auf die Wirkung als Biofilter begründet.
Auch hier können GPF die Leistung von Siporax oder Zeolith bei gleichem Volumen nie erreichen.
Somit ist ein UV-C das einzige effiziente Mittel vorhandene Keimdichte wirksam zu reduzieren.
Eine erhöhte Keimdichte zeigt allerdings auf eine zu hoch belastetes Wasser was grundsätzlich ein Hälterungsproblem ist.
Einzige Ausnahme die ich aktzeptieren könnte wäre eine Zuchtanlage.
Gruß Ditmar
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Offline lele180202

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Re: Glasperlenfilter
« Antwort #10 am: 11-03-2018, 20:50:12 »
Hallo Ditmar
Wegen der Keimdichte bei zu hohem Besatz,hoffe ich ja,mit 12 Diskus auf 200x0,7x0,7  keinen Überbesatz zu haben.
MfG Oliver ​
 

Offline Ditmar

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Re: Glasperlenfilter
« Antwort #11 am: 11-03-2018, 21:07:35 »
Hallo Oliver

Bei ausreichend großem bzw. effizienten Filtersystem eher nicht.
Gruß Ditmar
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Offline Ditmar

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Re: Glasperlenfilter
« Antwort #12 am: 12-03-2018, 16:05:51 »
Hallo zusammen

Ich habe nun zig Seiten zum Thema GPF durchgelesen. :reed:
Aufgefallen ist mir das der Vergleich des GPF immer mit dem Sandfilter gemacht wurde.
Da sehe ich in der Tat gute Argumente für den GPF.
Aber eben nur im Vergleich zum Sand.

In der Aquaristik ist wohl eher selten ein Sandfilter zu sehen zumindest bei kleinen Becken.
Bei Großanlagen wie Koibecken oder Teiche macht dies durchaus sind.
Denn hier reden wir von mehreren 100 bis mehrere 1000 Liter Filteranlagen.
Somit wird es schon wichtig sich Gedanken über die Reinigung dieser Mengen an Filtermaterial zu machen.
Der Reinigungsvorteil kann bei diesen Dimensionen sogar wichtiger sein als die Filtereffizients was die Biofähigkeit angeht.

Dies allerdings auf die normale Aquaristik zu projizieren sehe ich nicht als sinnvoll.
1. weil die effizients des GPF nicht an Siporax oder Zeolith heranreichen kann.
2. weil der Reinigungaufwand eines normalen Aquarium nicht diese Dimensionen einer Großanlage annimmt.
Bei Zuchtanlagen kann es wiederum Sinn machen.

Die Keimreduzierende Wirkung auf den GPF zu projizieren ist nicht haltbar.

Keimreduzierung passiert in jedem gutgehenden Biofilter.

Dies wiederum bedeutet:
Je effizienter ein Filtermaterial ist desso besser kann die biologische Filterwirung und damit auch die Keimreduzierung sein.

Mein Fazit:
GPF hat große Vorteile wenn es um die Reinigung durch Rückspülung geht.
Also dort wo es um Mengen geht zB. Koiteiche.
Im kleinen Aquaristikbereich sehe ich es als ein Modul in einem Gesamtkonzept der Wasserfilterung zB. Zuchtanlagen.

Für den normalen Aquarianer gibt es wesentlich Leistungsfähigere Filtermedien was die Bakterienkulturbildung angeht.
Die Reinigung der Filtermaterials ist da eher nebensächlich.

Die für mich beste Filterung im Heimbereich wenn man etwas Platz hat ist ein Filterbecken mit 15% - 20% des Hauptbecken und einem Vliesfilter vorgeschaltet.
Als Filtermaterial je nach Belastung  des Wassers von Schaumstoff über Siporax und Zeolith je nach Anzahl der Kammern.
Gruß Ditmar
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Offline lele180202

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Re: Glasperlenfilter
« Antwort #13 am: 12-03-2018, 17:34:52 »
Moin Ditmar
Der Borgi hatte oder wollte sich gestern hier anmelden, um den GPF zu erklären.
Er hatte diesen Thread hier verfolgt und wollte sich daher hier mal melden.
MfG Oliver ​
 

Offline Kaiser

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Re: Glasperlenfilter
« Antwort #14 am: 12-03-2018, 18:35:28 »
Hallo Ditmar

ich bin ja insbesondere was Diskushaltung angeht noch absolut unerfahren, und ich will hier nicht mit erfahrenen Aquarianern über Filtertechnik diskutieren. Ein paar Gedanken möchte ich aber doch mal aufschreiben nach dem Lesen dieses Threads.

Ich plane mein neues Becken ja mit Aussenfiltern und weil ich etwas besorgt bin ob die Filterfläche ausreicht hat mich die Thematik spezieller Filtersäulen sehr interessiert. Daher habe ich auch einiges dazu gelesen. Ich bin hierbei auf meiner Meinung nach glaubwürdige Schilderungen von mehreren erfahrenen Aquarianern gestossen, nach denen bei Einsatz eines Glaskugelfilters (GKF) die Keimzahl im Becken nachweislich gesunken ist. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass hier alle die keimreduzierende Wirkung ihres Biofilters fälschlicherweise dem GKF zugeschrieben haben (auch wenn es sicher Überlappungen gibt mit anderen Filter Komponenten).

Es besteht sicher kein Zweifel, dass bei guter biologischer Filterung auch eine Keimreduzierung erfolgt. Und ich habe von keinem Anwender gelesen, dass ein GKF eine biologische Filterung überflüssig macht. Im Gegenteil - alle betonen, wie wichtig diese ist. Ich würde allerdings nicht soweit gehen zu sagen, dass eine Keimreduzierung nichts mit dem Einsatz eines GKF zu tun hat. Ebenso schwer tue ich mich mit dem Argument dass Filtermedien mit rauhen Oberflächen wie Siporax und Zeolith viel besser keimreduzierend arbeiten. Natürlich sind diese Filtermedien hervorragend geeignet für eine Ansiedlung von Bakterien. Durch ihre Form und Oberflächenbeschaffenheit ergeben sich jedoch auch mitunter größere Zwischenräume und stärkere Verwirbelungen des durchströmenden Wassers. Ich könnte mir vorstellen, dass hierin der Sinn eines Sand- bzw. Glaskugelfilters liegt: Die Zwischenräume sind derart klein, dass das durchströmende Wasser zwangsläufig in Kontakt mit dem Biofilm auf den feinen Kugeln kommt und selbst kleinste Verunreinigungen werden noch festgehalten. Anders als bei Siporax o.ä. wird ein GKF ja regelmäßig/häufig gespült damit die festgehaltene tote Biomasse entfernt wird.

Es stimmt, dass in Berichten zum GKF auch oft Vergleiche zum Sandfilter gemacht werden. Die Mehrheit der Erfahrungsberichte, die ich gelesen habe bezieht sich jedoch auf den Vergleich mit UV-Klärern. Und ich habe nicht einen einzigen Bericht gefunden, nach dem es KEINE Reduzierung der Keimzahl gegeben hat bei Verwendung eines GKF. Wiederum habe ich auch nirgends gelesen, dass der GKF besser arbeitet als ein UV-Klärer, lediglich die entfallenden Stromkosten werden gerne als Argument für einen GFK genannt.

Es ist wie so oft - manche Sachen muss man einfach selber testen um sich ein abschliessendes Bild zu machen. Ich werde das tun und hoffe, ich kann irgendwann demnächst mal berichten zu meinen Erfahrungen mit einem Glaskugelfilter.

Viele Grüße,
Kai